Die Corona-Saison 2020

31.03.2020
Allmählich frisst sich die Corona-Krise in das Frühjahr hinein und für viele Neueigner einer Dehler 30 one design verschiebt sich die Fragestellung von “Wann ist mein Boot fertig?” zu “Wann geht die Saison los?”

Das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft nähern sich immer weiter dem Stillstand, um möglichst alle Covid-19-Erkrankten angemessen zu behandeln und Leben zu retten. Die Frage hängt im Raum: wie lang wird das so bleiben und was wird aus der Segelsaison 2020? 

Die Kieler Woche hat bereits beschlossen auf Anfang September (5. Bis 13 September) zu verlegen. Die ORC-Regatten stehen weiterhin im Programm.

Die Warnemünder Woche findet dagegen in diesem Jahr nicht mehr statt. Die Veranstalter haben eine Verschiebung in das kommende Jahr angekündigt. Hinter den Kullissen gibt es aber Bemühungen Rund Bornholm doch noch in diesem Jahr zu organisieren.


Die Veranstalter der Nordseewoche vom 29. Mai bis zum 1. Juni kämpfen darum, wenigstens einen Teil des sportlichen Programms zu retten. In einer Pressemitteilung der Organisatoren heißt es: "Falls bis zum 15. Mai 2020 klar ist, dass Helgoland betreten und Regatten gesegelt werden dürfen, werden wir mit einem Minimalteam und unter minimalem Aufwand (kein Zelt, keine Begleitboote, keine Partys usw.) den Capitell Cup Rund Helgoland und Pantaenius Rund Skagen stattfinden lassen."


Robert Nowatzki, der gewissenhaft-quirlige Organisator der Midsummersail bittet die diesjährigen Teilnehmer um Geduld und um einen kühlen Kopf. “Sollten die Behörden es erlauben, so wird es ein MidsummerSail 2020 geben, egal wie knapp es wird,” heißt es in einem Rundschreiben vom 29.3. Bei der Baltic500 (20.-25.Mai) scheinen alle noch die Füße still zu halten und zu hoffen.

Und überhaupt segeln?
Wer fragt, wie wir individuell in die Saison starten, kann sich an den Empfehlungen des Deutschen Seglerverbandes (https://www.dsv.org/nachrichten/2020/03/wichtige-informationen-zum-coronavirus/ Stand 30.03) und den Mitteilungen der Wasserstraßen- und Schiffahrtsämter orientieren.


Auszüge aus den Empfehlungen des Seglerverbandes:
"Seit dem 16.03.2020 gibt es eine Vereinbarung der Bundesregierung und der Bundesländer, wonach Zusammenkünfte in Vereinen und Sport- und Freizeiteinrichtungen zu verbieten sind. Dies bedeutet, dass keine Veranstaltungen im Rahmen des Vereinslebens mehr durchgeführt werden dürfen. Darunter fallen unter anderem, aber nicht ausschließlich, Versammlungen, Regatten, Unterrichte und Trainings, durch den Verein organisiertes Slippen, sowie gemeinsame Winterarbeiten. Der Zutritt zu Clubhäusern ist zu verwehren.”
"Inwieweit Winterarbeiten in Bootshallen von Einzelpersonen möglich sind, sollte bei den Behörden vor Ort erfragt werden. Wir raten jedoch von einer Öffnung der Bootshallen ab, da im Zweifelsfall später nicht nachzuvollziehen ist, wer sich dort aufgehalten hat."
"Ebenso raten wir davon ab, zu einem Segeltörn aufzubrechen, da bereits viele Sportboothäfen geschlossen sind und das Virus durch Reisen unnötig verbreitet wird.”

Das Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt Lübeck hat in einer Bekanntmachung folgende Einschränkungen für die Ostseeküste von Schleswig-Holstein mitgeteilt:
Ein- oder Auslaufen von Booten in oder aus Sportboothäfen ist nicht zulässig. Winterlagerarbeiten sind nur im Rahmen der geltenden Regelungen zur Kontaktvermeidung zulässig, d.h. außerhalb von Vereinsaktivitäten und ohne Zusammenkünfte z.B. in Winterlagerhallen. Gemeinschaftliche Winterlageraktionen, z.B. zum Kranen sind unzulässig.
Für die Küste von MV gilt ein allgemeines Verbot von touristischen Reisen aus privatem Anlass. Das Landeswasserschutzpolizeiamt M-V werde in diesem Zusammenhang Kontrollen durchführen, hieß es in einer Mitteilung des WSA Stralsund.

Es geht aber trotzdem voran! Kalle Dehler hat auf dem Werftgelände in Greifswald schon einige Dehler 30 one design in unterschiedlichem Design gesichtet und fotografiert. Und irgendwann sehen wir uns auf dem Wasser.